Sechs Anzeichen, dass eine Website zum Hindernis geworden ist

Eine Website fällt nicht an dem Tag aus, an dem sie zum Hindernis wird: Sie wird weiterhin angezeigt und sortiert Ihre Besucher an Ihrer Stelle aus – sechs Symptome, sechs Tests zum Selbermachen.

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Ein zufriedener Kunde empfiehlt Sie weiter. Die Person, der er davon erzählt hat, tippt Ihren Firmennamen ins Handy, öffnet Ihre Website und schliesst sie wieder. Sie wird nicht anrufen, und Sie werden nie erfahren, dass sie da war.

Eine Website fällt nicht an dem Tag aus, an dem sie zum Hindernis wird. Sie wird weiterhin angezeigt. Sie sortiert einfach aus: Ein Teil der Besucher geht wortlos wieder. Hier sind sechs Symptome, die nichts mit Geschmack zu tun haben, und zu jedem ein Test, den Sie selbst machen können. Rechnen Sie mit einer halben Stunde; nehmen Sie Ihr Handy und ein Blatt Papier: sechs Zeilen, zwei Spalten – was nicht stimmt, wer es beheben kann.

Sie ist auf dem Handy unlesbar

In der Schweiz liegt der Handy-Anteil über alle Websites hinweg bei rund vier von zehn Seitenaufrufen. Das ist eine Grössenordnung. Wenn Sie eine Besucherstatistik haben, schauen Sie sich Ihre eigene Verteilung an: Nur die betrifft Sie.

Der Test. Öffnen Sie Ihre Website auf dem Handy, im Hochformat. Sie müssen lesen können, ohne zu zoomen; nie seitlich scrollen müssen; jede Schaltfläche mit dem Daumen im ersten Versuch treffen. Geben Sie das Gerät danach jemandem, der die Website noch nie gesehen hat: Er soll Ihre Telefonnummer suchen. Dauert es länger als rund fünfzehn Sekunden, liegt das Problem nicht bei ihm.

Seit Juli 2024 erfasst Google die Websites mit seinem Roboter für Smartphones, und ein Inhalt, der vom Handy aus gar nicht erreichbar ist, riskiert, aus dem Index zu fallen. Eine Website, die noch lesbar ist, bleibt indexiert, startet aber mit einem Nachteil.

Besteht Ihre Website diesen Test nicht, ist es fast nie eine Frage der Einstellungen: Eine Website, die für einen Computerbildschirm gebaut wurde, baut man neu.

Sie braucht zu lange, bis sie angezeigt wird

Der Test. Gehen Sie auf pagespeed.web.dev, fügen Sie die Adresse Ihrer Website ein, lesen Sie den Reiter «Mobil». Der wichtigste Wert heisst LCP: die Zeit, nach der das grösste sichtbare Element angezeigt ist. Die Schwelle «gut» liegt unter 2,5 Sekunden. Zwei weitere ergänzen das Bild: INP (Reaktion auf den Klick, 200 Millisekunden) und CLS (die Seite, die beim Laden springt, 0,1).

Diese Schwellen werden an echten Besuchen gemessen, im 75. Perzentil – das langsamste Viertel der Besuche fällt dabei weg. Eine kleine lokale Website hat oft zu wenige Besucher, als dass diese Daten überhaupt zustande kämen; dann zeigt PageSpeed nur eine Labormessung. Alles über vier, fünf Sekunden ist langsam, Punkt.

Besteht Ihre Website diesen Test nicht, ist die Ursache fast immer eine von drei: Bilder, die in voller Auflösung ausgeliefert werden, eine Ansammlung von Plugins auf einem WordPress, ein überlastetes Hosting, das Sie sich mit vielen anderen Websites teilen. Die ersten beiden lassen sich ohne Neubau lösen.

Eine Einschränkung: Google beschreibt diese Werte als Kriterium, das bei sonst gleichwertigen Seiten den Ausschlag gibt, weniger entscheidend als die Relevanz des Inhalts. Das Argument ist nicht die Suchmaschine. Ein Besucher, der wartet, geht – ohne es Ihnen zu sagen.

Sie löst eine Sicherheitswarnung aus

Das ist das einzige der sechs Symptome mit einer Frist, und sie ist nah. Google hat im Oktober 2025 angekündigt, dass Chrome die Erlaubnis des Nutzers einholen wird, bevor er eine öffentliche Website über HTTP öffnet, die dieser nicht regelmässig besucht. Ein erster Schritt gilt bereits für einen Teil der Nutzer; die Ausweitung auf alle ist für Herbst 2026 angekündigt. Fast der gesamte Internetverkehr läuft heute über HTTPS: Wenn Ihre Website eine Ausnahme bildet, fällt das auf.

Der Test. Schauen Sie in die Adressleiste: https:// oder http://? Tippen Sie die Variante mit http:// ein und prüfen Sie, ob die Seite von selbst auf https:// wechselt. Klicken Sie auf das Symbol links neben der Adresse – ein Schloss bei Safari und Firefox, ein Einstellungssymbol bei Chrome, wo das Schloss 2023 verschwunden ist.

Besteht Ihre Website diesen Test nicht, ist das die lohnendste Reparatur der Liste. Rufen Sie Ihren Hosting-Anbieter an: Verlangen Sie das kostenlose Zertifikat und die automatische Weiterleitung von HTTP auf HTTPS, in fast allen Schweizer Angeboten enthalten. Fragen Sie auch, ob die Erneuerung automatisch läuft – die Gültigkeitsdauer der Zertifikate wird von Jahr zu Jahr kürzer, und «das machen wir von Hand» wird auf Dauer nicht funktionieren.

Gleicher Anruf, eine Ebene tiefer: Auf welcher PHP-Version läuft die Website, und was verhindert die Aktualisierung? PHP 8.1 und die älteren Versionen erhalten seit Ende 2025 keine Sicherheitsupdates mehr, für PHP 8.2 ist Ende 2026 Schluss. Blockiert wird die Aktualisierung meist von einem zu alten Theme oder einem zu alten Plugin.

Formular und Telefonnummer funktionieren nicht mehr

Die Website sieht perfekt aus, aber es kommt nichts an. Wechsel des Mailanbieters, kaputtes Plugin, aufgegebene Weiterleitung, eine Nummer, die nicht mehr in Betrieb ist. Ein teurer Ausfall, und schwer zu entdecken.

Der Test. Schicken Sie sich selbst eine Nachricht über Ihr Formular, mit einer E-Mail-Adresse bei einem anderen Anbieter als Ihrem eigenen, und prüfen Sie danach den Spam-Ordner. Rufen Sie anschliessend die angezeigte Nummer an, von einem anderen Telefon als dem im Büro.

Das ist der einzige der sechs Tests, den Sie regelmässig wiederholen: Ein Formular fällt ohne Vorwarnung aus. Setzen Sie ihn alle drei Monate in die Agenda.

Sobald eine Website erlaubt, online einen Vertrag abzuschliessen – Verkauf, Bestellung oder Reservation –, handelt nach Art. 3 Abs. 1 lit. s UWG unlauter, wer keine vollständigen Kontaktangaben inklusive E-Mail-Adresse angibt, die Schritte zum Vertragsabschluss nicht beschreibt und die Bestellung nicht unverzüglich bestätigt. Ein Formular ersetzt keine angezeigte E-Mail-Adresse. Und auch wenn die Schweiz – anders als Deutschland – kein Impressum vorschreibt: Das revidierte Datenschutzgesetz (revDSG) verpflichtet Sie seit September 2023, die Personen zu informieren, deren Daten Sie erheben – ein Formular erhebt Daten.

Der Inhalt entspricht nicht mehr der Realität

Öffnungszeiten von vor der Übernahme, ein Mitarbeiter, der 2022 gegangen ist, ein Baustellenfoto, das zehn Jahre alt ist. Jede Abweichung zwingt den Besucher, anderswo nachzuschauen. Er schaut anderswo nach.

Der Test. Suchen Sie nach «Name Ihres Betriebs + Ort», danach nach «Ihre Leistung + Ort». Vergleichen Sie anschliessend Ihren Google-Maps-Eintrag und Ihre Website Zeile für Zeile: Öffnungszeiten, Adresse, Telefon, Leistungen. Zeigen Sie zum Schluss den oberen Teil Ihrer Startseite jemandem von aussen: Weiss die Person, was Sie tun und wo?

Der Befehl site:ihredomain.ch sagt nicht, ob Sie indexiert sind: Google weist darauf hin, dass er dafür nicht gemacht ist. Suchen Sie stattdessen den genauen Firmennamen in Anführungszeichen.

Zeigt Google «Sind Sie der Inhaber dieses Unternehmens?», ist der Eintrag von niemandem beansprucht – und dann kann jede beliebige Person eine Änderung der Öffnungszeiten oder der Adresse vorschlagen oder den Betrieb sogar als geschlossen melden. Ohne Inhaber bestätigt das niemand. Den Eintrag zu übernehmen, ist gratis: zehn Minuten, dazu eine Wartezeit für die Überprüfung.

Eine Nummer, die sich ändert, steht nicht nur auf Ihrer Website: Denken Sie an local.ch, search.ch, Ihre Facebook- oder LinkedIn-Seite, die Fusszeile Ihrer Offerten und Rechnungen.

Niemand weiss mehr, wie man sie ändert

Das begegnet uns bei Selbstständigen am häufigsten, und es ist selten eine Frage des Budgets. Die Website wurde von jemandem aus der Familie gemacht, von einem Praktikanten, von einer Agentur, die es nicht mehr gibt. Der Inhalt ist nicht aus Nachlässigkeit veraltet: Er ist veraltet, weil niemand mehr drankommt.

Der Test. Versuchen Sie es jetzt, auf einer Nebenseite und an etwas, das sich rückgängig machen lässt: Ändern Sie eine Zeile Text. Wenn Sie nach zehn Minuten immer noch dran sind, haben Sie Ihre Antwort. Beantworten Sie danach vier Fragen: Wer ist Halter der .ch-Domain, wer bezahlt das Hosting, wer hat den Administratorzugang, wer hat eine Sicherungskopie?

Diese Fragen wiegen nicht gleich schwer. Das Hosting lässt sich wechseln und die Website neu bauen; die Domain ist der einzige wirklich unumkehrbare Punkt. Das Whois von SWITCH (nic.ch) veröffentlicht den Namen des Halters nicht mehr, zeigt aber, bei welchem Registrar die Domain registriert ist; beim Hosting steht der Anbieter auf der letzten Rechnung. Und wenn der frühere Dienstleister nicht erreichbar ist, ist eine Domain nicht verloren: Für die Übertragung gibt es ein Verfahren.

Wo Sie anfangen

Nehmen Sie Ihr Blatt wieder zur Hand und gehen Sie in dieser Reihenfolge vor:

  • Was Sie vom Kunden abschneidet – totes Formular, falsche Nummer, Sicherheitswarnung. Oft ohne Neubau zu reparieren: ein Anruf beim Hosting-Anbieter, manchmal ein halber Tag.
  • Was Ihre Besucher aussortiert, bevor sie Sie überhaupt lesen: Lesbarkeit auf dem Handy, Ladezeit.
  • Was Sie unglaubwürdig macht: veralteter Inhalt, Abweichung zum Google-Eintrag. Gratis, und Sie machen es selbst.
  • Unter allem: Zugang und Eigentum. Solange diese Frage nicht geklärt ist, hält nichts anderes.

Reparieren oder neu machen? Trifft nur ein Symptom zu, reparieren Sie. Treffen die schlechte Lesbarkeit auf dem Handy und der fehlende Zugang zusammen zu, kostet die Reparatur mehr als der Neubau.

Eine Frage kommt jedes Mal: «Wenn ich die Website neu mache, verliere ich dann Google?» Stellen Sie sie Ihrem Dienstleister schriftlich: Wird jede heutige Adresse beibehalten oder einzeln auf ihr Gegenstück umgeleitet? Rechnen Sie mit einer Phase der Anpassung und beobachten Sie Ihre Resultate in den Wochen danach. Wer Ihnen «garantiert null Auswirkung» antwortet, lügt. Aber eine Website, die niemand mehr ändern kann, wird von allein nie besser.

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